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21.08.11 - 6. Tag - Hanoi & Hai Phong & Cat Ba

Wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof, um dort auf harten Plastikstühlen dem Regen zu lauschen, bis unser Zug fuhr, oder wie Ralf sich quer zu legen und ein bisschen fehlenden Schlaf nachzuholen.


Sobald wir erst mal eingestiegen waren, und Hanoi (endlich) verlassen hatten, riss der Himmel auf und schickte Sonnenstrahlen auf die kleineren, ärmlicheren Dörfer und Städte durch die die Schienen uns führten. Zugegeben war die Fahrt landschaftlich nicht besonders aufregend. Reisfelder und ab und an ein paar Kalksteinfelsen in der Ferne, auf die wir uns in Groß und Viel in der Ha Long Bucht freuten.

Irgendwann fielen uns allen die Augen zu. Berit behauptete sogar sie hätte auf der ganzen Reise noch nicht besser geschlafen.

Als wir in Hai Phong ausstiegen, hatten sich die Temperaturen auf tropische Grade hochgeschaukelt, und wir gönnten uns nach Tagen endlich wieder eine Schicht Sonnencreme.

Preise und Informationen für die übernächste Station wurden eingeholt, und dann mit dem Stadtplan unseres Reiseführers durch die Stadt spaziert. Schattenspringen olé.

Wir handelten relativ erfolgreich mit einer Frau die auf selbstgedruckten Zetteln einen ausgedachten Preis für Bus- und Fährüberfahrt nach Cat Ba verlangte. Nach Deal-Handschlag folgten wir ihr die 50 Meter zum Bus, wo wir das Ticket natürlich noch günstiger bekommen hätten. (Wir lernen ja noch...)

Die Bootsfahrt wurde von Natur und Bootsunternehmen großartig trist gehalten, das man schon an der versprochen beeindruckenden Landschaft zweifelte, die sich auf der anderen Seite der Insel kilometerweit erstrecken sollte.

Kaum das Boot verlassen, und Festland betreten, wurden auch schon die Fotoapparate gezückt. Ziegen hoppsten über die Wege, in Wasserarmen lagen einfache Fischerboote, Felsen ragten aus dem Meer und grün-graue Steilküsten taten sich rechts von der engen Straße auf, die uns zur anderen Seite der Insel führte.

Kaum in Cat Ba City angekommen buhlten schon die ersten Tourenverkäufer und Hotelangestellten um uns. Wurden die Ersten noch mit Kopfschütteln verjagt, gaben wir nicht viel später einer netten Hotelbesitzerin den Zuschlag.

Cat Ba besteht aus einer lang gezogenen Hotel- und Restaurantfront vor einer Felskulisse, die ihre Arme um eine Bucht von der Größe der Innenalster legt. Darin schunkeln unzählige Boote.


Wir checkten in der vierten und fünften Etage ein. Machten einige Poserfotos vom Balkon und ließen neben einem fantastischen Essen auch das beeindruckende Panorama sacken. Ich gebe zu: Ich war verliebt.

Hanoi war laut und interessant, Sapa aufregend und nass. Cat Ba strahlte Ruhe aus. Die Stadt war vollkommen auf den Tourismus ausgerichtet, nur fehlten eben diese Touristen. (Etwas das wir bis auf wenige Ausnahmen von jetzt an überall in Vietnam vor fanden.)

Wir mieteten uns mit Louca, einer italienischen Sapa Bekanntschaft, ein Boot um uns den Sonnenuntergang außerhalb der Bucht anzusehen.


Der Horizont färbte sich orange, die Hitze verkam zu Wärme, und die Gespräche drehten sich fast ausnahmslos um diesen schönen Moment. Die grauen Felsriesen zwischen denen wir durch fuhren, die dunkleren die sich in der Ferne zu Gebirgsformationen zusammen gerückt hatten. Kleine Strände hier und da und die Reste alter Holzbrücken an den Kalksteinriesen grüßten im Vorbeifahren. Ich möchte nicht verschweigen das auch einige große Ferien Resorts schon ihr Beton in manche Buchten geschmiert und edel angemalt hatten, aber mit dem Kopf dem Meer zu gedreht fühlte man sich ziemlich alleine und klein in dieser atemberaubenden Szenerie. Der Gedanke dass Menschen schon vor tausenden Jahren diese Bucht bestaunt und ihre Mythen darum gesponnen hatten (''Eines schönen Morgens wollte der Drache schwimmen gehen...''), verfolgte mich noch einige Tage.


Als die Sonne komplett verschwunden war, fuhr das Boot zurück in den Hafen, wir schnallten Badehose und Bikini um, und sprangen von Deck in das warme Wasser. Ich hatte erst Bedenken, war ich doch ziemlich erkältet, aber letzten Endes war die Gewissheit dass zu bereuen, wie Yoda sagen würde, stark in mir.

Grelle Beats unterlegt mit kindlichen Stimmen schallten uns nach der Plantscherei vom großen Steg an der Promenade entgegen.

Eine Disco in der Nähe glich schlechten Musikgeschmack, und Tanzunlust der Vietnamesen durch Lautstärke aus. Wir nahmen noch den einen oder anderen Softdrink zu uns und verschwanden ins Bett.

21.8.11 00:00
 


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