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17.08.11 - 2. Tag - Hanoi

Das war sie, die erste Jetlag-Nacht. Um 3 Uhr morgens blinzelte auch das letzte Augenpaar auf der Suche nach Lebenszeichen umher. Berit fragte dann als erste „Könnt ihr auch nicht schlafen?“ und erntete Zustimmung aus der Dunkelheit.

Zudem hatte die Klimaanlage, jegliche Einstellung auf der Fernbedienung missachtet, und das Zimmer in den letzten Stunden auf herbstliche Temperaturen runter gekühlt.

Wir stimmten eine Stunde lang Songs an, die auf keiner Bad Taste Party fehlen durften, und starteten gegen 4 Uhr den nächsten Versuch Schlaf zu finden.

Klappte – pünktlich zum Mittag waren wir vor dem Hotel.

Nach der Futtersuche, und wiederholt skeptischen Blicken auf das servierte grünliche Wasser, was auch durchaus Tee sein konnte, doch nach nichts schmeckte, und Eiswürfeln in unseren Softdrinks (was hatten wir nicht für Horrorstories über das vietnamesische Wasser gelesen), machten wir uns auf in die andere Ecke der Stadt.

Am Abend zuvor gab es die ersten Unstimmigkeiten über das Buchen von Touren und die wahrscheinlich viel zu hohen Preise dafür, weshalb wir für unsere übernächste Station (Ha Long Bay/Cat Ba Island – das machten wir von den Reisemöglichkeiten abhängig) selbst informierten und für einen Spottpreis Bahn-Tickets für die Strecke Hanoi – Haiphong kauften. Reisen wie ein Vietnamese lautete das Ziel.

Dafür wurden zwei Bahnhöfe abgeklappert, unzählige Einheimische angesprochen, und einige Kilo Schweiß verloren. Das man in diesem Land mit Englisch nicht weit kam, wurde nun zur Gewissheit. Doch noch lag der ganze Tag vor uns.

Wir hatten uns mit Anti-Brumm-Moskito-Spray und Sonnencreme gesalbt, mit Mineralwasser und Fotokameras bewaffnet, und waren neugierig auf jeden Eindruck der sich uns bot.

Das Abenteuer hatte gerade erst begonnen.

Wir lernten das Wort für Mitfahrgelegenheit auf einem Moped (''Xe Ôm'') und suchten uns zwei Fahrer.

Diese lachten erst ängstlich ("Zwei Europäer auf meinem alten Moped?!''), wollten sich die 50.000 Dong dann aber doch nicht durch die Lappen gehen lassen. (1 Euro = 30.000 Dong)

Mit mulmigem Gefühl stiegen wir auf, und heizten eng aneinander gepresst durch die Straßen Hanois. Über rote Ampeln, deren Warnfunktion mit durchgehendem Hupton neutralisiert wurde, und verstopfte Kreuzungen.

Der Fahrtwind war die erste angenehme Abkühlung des Urlaubs und trotzdem sich der Fahrer mit uns permanent an anderen Mofas und Autos vorbei schlängelte und Verkehrsregeln missachtete, hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl es würde in einem Unfall enden.

Ab und an musste man die Beine reflexartig näher ans Mofa drücken, weil der Vietnamese die Länge europäischer Beine bei Überholmanövern unterschätzte. Aber alles in allem - eine super Fahrt! (Und auch lange nicht die letzte.)

Nach dem Kauf der Bahntickets folgten wir den vom Bahnhof wegführenden Schienen über eine alte, rostige Brücke, die uns halb über den Song Hong (''der rote Fluss'') und halb über eine Bananenplantage führte.

Unten auf der Plantage legten wir eine zweite Schicht Sonnencreme auf. (Der dort gewonnene Gedanke den Schweißfilm auf meinem Körper vier Wochen wie einen Anzug zu tragen, bewahrheite sich mit Ausnahme von einem Regentag in Sapa.) Oben auf der Brücke kauften wir einem Händler seine dort angebotene, uns unbekannte Frucht ab. Die Jackfrucht wie mir Google später erklärte. Von einer Geschmackssensation konnte nicht gerade die Rede sein, und später verschenkten wir die Hälfte des gekauften Viertels. Die außen braun-grünliche Frucht in der Pickelschale, die im Inneren einer Ananas ähnlich sah, schmeckte nach Kaugummi. Hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt angenommen Wrigleys Juicy Fruit wäre ein künstlicher Geschmack, wurde ich an dem Tag eines Besseren belehrt.


Später gabs wieder einige Verwirrung beim Abendessen, da die Bedienung stumm die bestellten Essen in die Tischmitte stellte, und wir die kleinen Portionen für kostenlose Vorspeisen hielten. Jeder aß von jedem, während der Hotelbesitzer auf der Suche nach uns schon panisch mit seinem Mofa durch die Altstadt kurvte. (''Die waren doch eben noch hier!?'') Unser Buszubringer zum Schlafbus war bereits ohne uns gefahren, während wir noch einen kleinen Snack 100 m entfernt einnahmen.

Also wieder mal ein Taxi genommen. Um dann im Schlafbus nach einer knappen halben Stunde Fahrt stehen zu bleiben.

Bus kaputt.

Ein neuer würde kommen – irgendwann. Informationen für Touristen gab es nicht. Wie auch, die sprechen ja kein Vietnamesisch!

17.8.11 00:00
 


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